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Fußbodenheizung entlüften: so bekommen Sie die Luft aus dem Heizkreis

Eric Wolfer

Eric Wolfer, Heizungsbaumeister · 7 Min. Lesezeit

Was kostet es bei Ihnen?

Der Kostenrechner im Text nennt Ihre Preisspanne nach ein paar Angaben zu Fläche und Estrich.

Warum eine Fußbodenheizung anders entlüftet wird als ein Heizkörper

Bei der Entlüftung am Heizkörper drehen Sie das Ventil mit dem Vierkantschlüssel auf, es zischt, dann kommt Wasser, fertig. Bei der Fußbodenheizung klappt das nicht. Die Rohre liegen waagerecht im Estrich, die Luft steigt nicht zu einem Ventil hoch, sondern bleibt in der Schleife stehen. Öffnen Sie nur die Entlüftung am Heizkreisverteiler, kommt Heizwasser aus dem Haus, aber nicht aus der Schleife mit der Luft.

Deshalb heißt eine Fußbodenheizung entlüften in der Praxis: jeden Kreis einzeln mit Wasser durchspülen, bis die Luft vorne herauskommt. Ein Nutzer in einem Heimwerkerforum hat es knapp formuliert: Entlüften funktioniert bei der Fußbodenheizung nur durch Spülen.

Das klingt aufwendiger, als es ist, der Ablauf ist immer gleich. Mit zwei Schläuchen und einer Stunde Zeit schaffen viele Hausbesitzer das selbst.

Woran Sie Luft in der Fußbodenheizung erkennen

Luft im Heizsystem macht sich meist auf zwei Wegen bemerkbar. Sie hören Geräusche, oder Sie spüren die fehlende Wärme an den Füßen.

  • Am Verteiler oder in der Wand gluckert und rauscht es, sobald die Pumpe anläuft.
  • Ein Raum oder ein Teil des Bodens bleibt kühl, obwohl das Thermostat ganz aufgedreht ist.
  • Der Boden braucht deutlich länger als früher, bis er warm wird.
  • Der Durchflussmesser eines Heizkreises steht still oder zeigt kaum etwas an.
  • Sie müssen immer wieder Wasser nachfüllen, weil der Druck fällt.

Typisch ist die Luft nach Arbeiten an der Anlage, etwa nach dem Tausch der Pumpe oder des Wärmeerzeugers. Auch beim Nachfüllen gelangt Luft in das Heizsystem.

Was Sie zum Entlüften brauchen

Für das Entlüften einer Fußbodenheizung brauchen Sie kein Spezialwerkzeug.

  • zwei Wasserschläuche, die auf die Füll- und Entleerungshähne (KFE-Hähne) am Heizkreisverteiler passen
  • einen Eimer oder einen Abfluss in der Nähe
  • einen Wasseranschluss mit Kaltwasser
  • einen Vierkantschlüssel für die Entlüftungsschrauben am Verteiler
  • Lappen und eine Unterlage für den Boden

Kurze Schlauchenden und passende Anschlussstücke kosten im Baumarkt um die 10 Euro, oft liegen sie der Anlage schon bei. Werfen Sie vorher einen Blick in die Anleitung Ihres Heizkreisverteilers. Hersteller bauen ihre Ventile unterschiedlich, und manche Verteiler haben gar keine KFE-Hähne. Dann bleibt nur der Heizungsbauer.

Fußbodenheizung entlüften: Schritt für Schritt

  1. Heizung und Pumpe ausschalten. Warten Sie danach 30 bis 60 Minuten, damit sich das Wasser beruhigt.
  2. Schläuche anschließen. Der erste Schlauch kommt an den KFE-Hahn am Vorlaufbalken und an den Wasserhahn. Den zweiten Schlauch schließen Sie am KFE-Hahn des Rücklaufverteilers an und führen ihn in den Eimer oder Abfluss.
  3. Alle Heizkreise schließen. Drehen Sie die Ventile oder Kappen am Heizkreisverteiler zu. Notieren Sie sich vorher die Stellung der Durchflussmesser, damit der hydraulische Abgleich erhalten bleibt.
  4. Einen Heizkreis öffnen. Öffnen Sie den ersten Kreis und dann beide KFE-Hähne. Lassen Sie Wasser durchlaufen, bis am Rücklaufschlauch keine Luftblasen mehr kommen und es klar herausläuft. Der Vorgang dauert pro Kreis einige Minuten.
  5. Kreis für Kreis wiederholen. Schließen Sie den ersten Kreis, dann ist der nächste dran. Es darf immer nur ein Kreis geöffnet sein, sonst nimmt das Wasser den leichtesten Weg und die Luft bleibt in den anderen.
  6. Restluft am Verteiler ablassen. Drehen Sie zum Schluss kurz die Entlüftungsschrauben oben am Vor- und Rücklaufbalken auf.
  7. Druck prüfen. Schließen Sie alle Hähne, nehmen Sie die Schläuche ab und kontrollieren Sie das Manometer. Üblich sind 1,5 bis 2,0 bar. Steigt der Druck beim Spülen über 2,5 bar, öffnet bei vielen Anlagen das Sicherheitsventil.
  8. Heizkreise öffnen und Heizung starten. Stellen Sie die Durchflussmesser wieder auf die notierten Werte, bevor die Pumpe anläuft. Danach bleibt jeder Kreis geöffnet.

Prüfen Sie den Druck nach dem Entlüften noch einmal und füllen Sie fehlendes Heizwasser über den Füllhahn am Wärmeerzeuger nach. Ein Druck, der in den Tagen danach wieder fällt, deutet auf restliche Luft oder eine undichte Stelle hin.

Entlüften oder spülen?

Entlüften holt die Luft heraus. Spülen holt zusätzlich den Schmutz heraus, der sich über Jahre in den Rohren abgelagert hat. Beim Selbermachen sind die Grenzen fließend, denn auch das Durchlaufen mit Leitungswasser nimmt einen Teil der Ablagerungen mit.

Kommt dabei dunkles oder trübes Wasser, reicht das nicht. Dann setzt der Fachbetrieb ein Spülgerät mit Kompressor ein, das Wasser mit hohem Druck durch jeden Heizkreis pumpt und die Ablagerungen löst. Besonders betroffen sind ältere Fußbodenheizungen mit Kunststoffrohren ohne Sauerstoffsperre. Durch die Rohrwand dringt Sauerstoff ins Heizwasser. Über die Jahre entsteht daraus Schlamm, der die Rohre langsam zusetzt.

Zeichen, dass gespült werden muss:

  • Kältezonen bleiben auch nach dem Entlüften bestehen.
  • Das Wasser aus dem Rücklauf ist schwarz oder braun.
  • Der Druck fällt immer wieder, und Sie füllen ständig nach.

Wie oft entlüften und was es kostet

Ältere Fußbodenheizungen sollten alle zwei bis vier Jahre entlüftet werden, neuere Anlagen etwa alle fünf Jahre. Buderus empfiehlt, spätestens bei jedem zweiten Wartungstermin auch zu spülen.

Die Kosten für das reine Entlüften durch einen Fachmann liegen laut Buderus bei 50 bis 150 Euro, heizung.de nennt 50 bis 200 Euro. Eine Spülung kostet etwa 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter, je Haus hängen die Kosten also an der beheizten Fläche. Bei 100 m² beheizter Fläche sind das also 500 bis 1.000 Euro. Eine Anlage, die nach dem Spülen wieder gleichmäßig warm wird, verbraucht weniger Energie, weil die Vorlauftemperatur nicht mehr künstlich hochgedreht werden muss.

Wenn der Raum nach dem Entlüften kalt bleibt

Nicht jeder kalte Boden hat Luft im Heizkreis. Bewegt sich der Durchflussmesser beim Spülen sichtbar und kommt keine Luft mehr, liegt das Problem woanders.

Stellantrieb defekt. Die kleinen Stellmotoren auf den Ventilen öffnen auf Befehl des Raumthermostats. Bleibt einer zu, bleibt der Kreis kalt. Fühlen Sie, ob das Rücklaufrohr dieses Kreises warm wird.

Abgleich verstellt. Wer beim Entlüften die Durchflussmesser verdreht und nicht zurückgestellt hat, hat die Verteilung im Haus verändert, und die Räume mit Heizkörpern und Fußbodenheizung werden ungleich warm. Wie der Abgleich funktioniert und warum ein Raum trotz voller Anlage kalt bleiben kann, steht in unserem Beitrag zum hydraulischen Abgleich der Fußbodenheizung.

Vorlauftemperatur zu niedrig. Werden alle Räume gleichmäßig zu kühl, liegt es eher an der Einstellung am Wärmeerzeuger. Dann lohnt ein Blick auf die Heizkurve, die festlegt, wie warm das Wasser bei welcher Außentemperatur in den Boden fließt.

Rohre zugesetzt. Bei sehr alten Anlagen hilft manchmal auch eine gründliche Spülung nicht mehr. Dann geht es um die Frage, ob sich eine Sanierung oder eine neue Fußbodenheizung lohnt.

Alte Anlage oder gar keine: den Preis für eine neue Fußbodenheizung berechnen

Viele Anfragen bei uns beginnen genau hier. Die alte Fußbodenheizung gluckert seit Jahren, ein Teil des Hauses hat nur Heizkörper, und beim neuen Bodenbelag stellt sich die Frage, ob man es gleich richtig macht.

Wir fräsen die Heizrohre direkt in den vorhandenen Estrich. Der Boden behält seine Höhe, weil kein neuer Estrich dazukommt. Die neuen Rohre haben eine Sauerstoffsperre, sodass sich kein Schlamm mehr bildet. Wie viel das bei Ihnen kostet, sehen Sie im Rechner. Was das Fräsverfahren genau ist und wann es passt, steht auf der Seite Fußbodenheizung nachträglich fräsen, die Preise pro m² im Beitrag zu den Kosten einer Fußbodenheizung.

Ihre Preisspanne in zwei Minuten

Fläche, Etagen, Untergrund: Der Rechner nutzt dieselben Preise wie unsere Angebote. Die Spanne sehen Sie sofort und bekommen sie zusätzlich per E-Mail.

Eric Wolfer, Heizungsbaumeister und Gründer von Wolfer Heizung und Sanitär

Eric Wolfer

Heizungsbaumeister und Gründer der Wolfer Heizung und Sanitär GmbH, Ottweiler

Seit über 15 Jahren im Heizungsbau, seit einigen Jahren mit seinem Team auf das Nachrüsten von Fußbodenheizungen spezialisiert. Estrichstärke und Zustand prüft sein Team bei der Test-Bohrung persönlich vor Ort. Erst danach entsteht ein Angebot.

Wissen, was es bei Ihnen kostet

  • Kostenlose Test-Bohrung vor Ort
  • Festpreisangebot nach der Besichtigung
  • Förderberatung inklusive
  • 5 Jahre Materialgarantie
Mitarbeiterin von Wolfer im Büro bei der telefonischen Beratung

Häufige Fragen zum Entlüften der Fußbodenheizung

Kann ich meine Fußbodenheizung selbst entlüften?

Ja, wenn Ihr Heizkreisverteiler Füll- und Entleerungshähne hat. Sie brauchen zwei Schläuche und etwas Geduld. Wichtig ist, dass immer nur ein Heizkreis offen ist und Sie den Anlagendruck im Blick behalten.

Warum gluckert meine Fußbodenheizung?

Gluckern am Verteiler oder in den Rohren bedeutet fast immer Luft im System, auch wenn das Heizwasser ausreichend Druck hat. Die Luft sammelt sich in einzelnen Heizkreisen und bremst dort den Durchfluss. Kommen kalte Stellen im Boden dazu, lohnt sich das Entlüften.

Wie oft sollte man eine Fußbodenheizung entlüften?

Ältere Anlagen alle zwei bis vier Jahre, neuere etwa alle fünf Jahre. Wer Kunststoffrohre ohne Sauerstoffsperre im Boden hat, sollte bei jedem zweiten Termin zusätzlich spülen lassen, weil sich dort Schlamm bildet.

Was kostet es, die Fußbodenheizung entlüften zu lassen?

Für das reine Entlüften durch einen Fachbetrieb nennen Hersteller und Ratgeber 50 bis 200 Euro. Eine Spülung mit Gerät liegt bei etwa 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter beheizter Fläche.

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