Warum sich das Reinigen der Heizkörper lohnt
Ein Heizkörper zieht Staub an. Die warme Luft steigt über ihm auf, kühlt im Raum ab, sinkt wieder und trägt Flusen und Staub direkt zurück zwischen die Lamellen. Dort setzt sich die Schicht fest und wirkt wie eine dünne Dämmung.
Energie- und Baumarktratgeber sprechen von bis zu 25 bis 30 Prozent weniger Heizleistung bei stark verstaubten Heizkörpern. Belastbare Messungen dazu sind selten, aber die Richtung stimmt. Wichtiger ist für viele der zweite Effekt: Jedes Mal, wenn die Heizung anspringt, wirbelt sie den Staub in die Raumluft. Trockene Schleimhäute und Hausstauballergiker merken das zuerst.
Was Sie zum Reinigen brauchen
- eine lange, schmale Heizkörperbürste (Lamellenbürste)
- einen Staubsauger mit Fugendüse und Bürstenaufsatz
- einen Föhn oder Druckluftspray für Plattenheizkörper
- ein altes, feuchtes Handtuch zum Auffangen
- ein Mikrofasertuch und warmes Wasser mit etwas Spülmittel
- einen Schraubendreher, falls das Gitter verschraubt ist
Schalten Sie den Heizkörper vorher ab und lassen Sie ihn ganz abkühlen. Am einfachsten geht das vor Beginn der Heizperiode oder an einem milden Tag.
Plattenheizkörper von innen reinigen
Plattenheizkörper, also die flachen Heizkörper mit glatter Front und Gitter oben, sammeln den meisten Staub. Ihr Innenraum ist oben und unten offen.
- Gitter abnehmen. Meist liegt es lose auf oder ist an den Seiten eingeklipst. Manche Modelle haben zwei kleine Schrauben an den Seitenblechen.
- Handtuch auslegen. Legen Sie das feuchte Handtuch auf den Boden unter den Heizkörper. Es fängt den Staub, der gleich nach unten fällt.
- Staub lösen. Führen Sie die Bürste von oben zwischen die Lamellen und bewegen Sie sie langsam auf und ab. Alternativ blasen Sie den Staub mit dem Föhn von oben nach unten durch.
- Absaugen. Saugen Sie die Lamellen von oben mit der Fugendüse ab und danach den Spalt unten am Heizkörper.
- Gitter waschen. Das Gitter passt selten in die Spüle. In der Dusche oder Badewanne mit Spülmittelwasser geht es leicht, danach gut trocknen lassen.
- Außen wischen und zusammenbauen. Front und Seiten mit dem feuchten Mikrofasertuch abwischen, Gitter wieder einsetzen.
Wasser gehört nicht in den Innenraum. Es läuft in Ecken, an die Sie nicht mehr herankommen, und kann dort Rost ansetzen.
Glieder- und Röhrenheizkörper
Gliederheizkörper aus Guss oder Stahl findet man vor allem im Altbau. Die einzelnen Glieder sind innen geschlossen, Staub sitzt also nur in den Zwischenräumen. Ein langer Staubwedel oder die Heizkörperbürste holt ihn heraus, den Rest erledigt ein feuchtes Tuch. Arbeiten Sie von oben nach unten.
Röhrenheizkörper im Bad, also die Handtuchtrockner, lassen sich mit einem Tuch abwischen. Lassen Sie sie gut trocknen, bevor wieder Handtücher darüber hängen.
Hinter dem Heizkörper sammelt sich ebenfalls viel Staub. Ein altes Handtuch, das Sie wie einen Schal von oben hinter den Heizkörper fädeln und hin und her ziehen, holt ihn hervor.
Vergilbte Heizkörper und Fett in der Küche
In der Küche setzt sich auf dem Heizkörper ein Film aus Fett und Staub fest, in Raucherwohnungen kommt Nikotin dazu. Warmes Wasser mit Spülmittel löst das meiste. Bei hartnäckigen Stellen hilft eine Paste aus Natron und etwas Wasser, die einige Minuten einwirkt und danach gründlich abgewischt wird.
Verzichten Sie auf Scheuermilch, Stahlwolle und scharfe Reiniger, sie greifen den Lack an. Ein Dampfreiniger löst festsitzenden Schmutz gut, kann aber älteren Lack ebenfalls beschädigen. Bleibt der Heizkörper trotz Reinigung gelb, hilft nur noch ein Anstrich mit Heizkörperlack.
Wie oft Sie Heizkörper reinigen sollten
Einmal im Jahr gründlich, am besten im Herbst vor der ersten Heizphase. Wer Haustiere hat oder unter einer Hausstauballergie leidet, sollte mitten im Winter ein zweites Mal ran. Das Thermostat lohnt dabei einen Blick: Es wird oft angefasst und hat selbst kleine Lamellen, in denen sich Staub sammelt.
Wenn der Heizkörper danach trotzdem nicht warm wird
Sauber heißt nicht automatisch warm. Diese Anzeichen haben andere Ursachen:
- Oben kalt, unten warm, gluckert. Luft im Heizkörper. Entlüften Sie ihn mit dem Entlüftungsschlüssel, danach den Anlagendruck am Kessel prüfen.
- Ganz kalt, obwohl die Heizung läuft. Oft klemmt der Ventilstift unter dem Thermostatkopf. Thermostat abschrauben und den Stift vorsichtig ein paar Mal hineindrücken.
- Oben heiß, unten kalt. Bei halb zugedrehtem Thermostat ist das normal, dann fließt nur wenig Wasser durch. Bleibt der Heizkörper auch bei voll geöffnetem Thermostat unten kalt, kommt zu wenig Heizwasser an.
- Manche Heizkörper heiß, andere lau. Das spricht für einen fehlenden hydraulischen Abgleich. Wie der funktioniert, erklären wir im Beitrag zum hydraulischen Abgleich.
- Schwarzes Wasser beim Entlüften. Schlamm im System. Hier hilft eine Spülung durch den Heizungsbauer.
Fußbodenheizung statt Heizkörper: Preis berechnen
Eine Fußbodenheizung muss niemand von innen entstauben. Sie gibt ihre Wärme vor allem als Strahlungswärme über den ganzen Boden ab, die Luft bewegt sich kaum, und es gibt keine Lamellen, in denen sich Staub sammelt. Für Allergiker ist das oft der Grund für den Umstieg. Unter den Fenstern werden die Wände frei, und mit einer Wärmepumpe läuft die Fußbodenheizung bei 30 bis 40 Grad deutlich sparsamer als Heizkörper.
Im Altbau muss dafür der Boden nicht raus. Wir fräsen die Heizrohre direkt in den vorhandenen Estrich. Der Boden behält seine Höhe, und ein Einfamilienhaus mit 80 bis 100 m² ist in ein bis zwei Arbeitstagen fertig. Ob Ihr Estrich dafür taugt, klärt eine kostenlose Test-Bohrung vor Ort.
Für ein typisches Einfamilienhaus mit 80 bis 120 m² kostet eine eingefräste Fußbodenheizung bei uns rund 60 bis 130 Euro pro Quadratmeter, inklusive Mehrwertsteuer und aller Arbeiten bis zum hydraulischen Abgleich. Ihre Preisspanne zeigt der Kostenrechner. Mehr zum Verfahren lesen Sie unter Fußbodenheizung nachträglich fräsen, und welcher Bodenbelag danach passt, im Beitrag Bodenbelag auf der Fußbodenheizung.
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Eric Wolfer
Heizungsbaumeister und Gründer der Wolfer Heizung und Sanitär GmbH, Ottweiler
Seit über 15 Jahren im Heizungsbau, seit einigen Jahren mit seinem Team auf das Nachrüsten von Fußbodenheizungen spezialisiert. Estrichstärke und Zustand prüft sein Team bei der Test-Bohrung persönlich vor Ort. Erst danach entsteht ein Angebot.





